© Rainer Langer

Ticketpreise im VRT – mehr als nur ein Würfelspiel

Mit dem Jahreswechsel erhöhen sich zum allgemeinen Leid wieder einmal die Ticketpreise. Oft steht da der Vorwurf im Raum, die reine Profitgier der Unternehmen sorge dafür, dass Preiserhöhungen systematisch stattfinden oder gar gewürfelt werden. Doch was häufig auf Unverständnis trifft, beruht tatsächlich auf einer kühlen Kalkulation der Kosten. Und so wird beim VRT Jahr für Jahr eine Art Kostenvoranschlag erstellt. Die Entwicklung der Marktpreise von Benzin und Strom, wachsende Versicherungskosten, wachsende Personalkosten durch Tarifanpassungen – die Liste der Faktoren ist lang und doch ist es ein notwendiges Übel, dass alles mehr oder minder seinen Platz findet im großen Spiel der Preise. Eine weitere Schwierigkeit liegt in der Vielzahl der Unternehmen, die in der Region Personen von A nach B transportieren. Denn die Verteilung der Kosten unterscheidet sich naturgemäß für die verschiedenen Teilnehmer des Marktes. Will man zu einheitlichen Preis gelangen, muss die Preisgestaltung modellhaft vorgenommen werden.

Wir sind also vom Hauptbahnhof in Trier zum Kleeburger Weg nach Olewig mit einem EinzelTicket für 2,10 Euro gefahren, haben uns exakt dieses Modell zur Hand genommen und nachgerechnet wie der Ticketpreis zu Stande kommt:

1,04 Euro - Personal

Sicher, jemand muss den Bus steuern, doch mit einem Großteil der Beschäftigten kommt der Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs in der Regel nicht in Berührung.

37 Cent - Treibstoff

Selbst in Zeiten von rekordverdächtigen Benzinpreisen, verursacht der Treibstoff noch immer einen großen Teil der Kosten. Auch wenn es für viele Marktsegmente nicht förderlich ist, für die regionalen Verkehrsunternehmen ist die Billigpreisstrategie unserer Freunde der Arabischen Halbinsel ein Segen.

30 Cent - Abschreibung

Jeder gefahrene Kilometer senkt den Wert eines Automobils und auch nicht anders lautet die Faustregel der eingesetzten Fahrzeuge des ÖPNVs.

Ticketpreise© Niroworld-Fotolia

Der Rest

Getreu nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist. In der Summe nicht vernachlässigbar sind Kosten aller Art von Reparatur-, Ersatzteil- sowie Versicherungskosten.

Natürlich ist diese Darstellung sehr plakativ und es darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass ein angemessener Teil des Ticketpreises als Gewinn vorgesehen ist – vermutlich erkennt sich auch nur ein Bruchteil der regionalen Unternehmen in diesem Modell wieder und doch lässt sich letztendlich festhalten: Die Preisgestaltung ist weit mehr als nur ein Würfelspiel, dessen Kosten am Ende der Kunde trägt.





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