© Rainer Langer

Der Premiumweg Wehrer Rosenberg

Manuel Andrack unterwegs im VRT

Das Ergebnis ist ein bunter Strauß kurzer und knackiger Wandertouren, alle nicht länger als 10 Kilometer, alle gut angebunden mit Bus und Bahn. Besonders praktisch: Zu jeder Tour gibt es eine GPX-Datei zum herunterladen, damit man unterwegs nicht auf der Strecke bleibt.

  

GPX Dateien für die Wanderung am Wehrer Rosenberg

Premium ist hier Programm. Genießen Sie beschauliche Wälder inklusive Dschungelatmosphäre, durchqueren Sie Bäche und schlendern Sie durch das abwechslungsreiche und einladende Tal der Obermosel. Hin und zurück fahren Sie ganz bequem mit der Bahn.

Wir stehen auf dem Bahnsteig des Haltepunkts Wehr (Mosel) und blicken auf den Fluss. Man hätte eigentlich gar nicht in Klammern erwähnen müssen, wo man ist, denn das ist offensichtlich. Am gegenüberliegenden Ufer sieht man schon die luxemburgischen Weinberge, unterhalb des Bahnsteigs liegt der Startpunkt des Premiumwegs Wehrer Rosenberg.

Wir gehen in der empfohlenen Laufrichtung auf einem wunderbaren Grasweg am Moselufer entlang und unterqueren schließlich an der Mündung des Helterbachs die Bahnstrecke auf einem geheimnisvollen Tunnelweg. Dann wenden wir uns an der Wegkreuzung rechts, wandern sanft ansteigend den Berg hinauf und überqueren (Achtung, viel Verkehr!) die Bundesstraße. Auf der Höhe geht es durch einen schönen Wald, durch den anscheinend schon die Römer marschiert sind, denn auf einer Wegmarkierung sehen wir einen Legionärsfuß mit Sandale – die Via Caliga. Wir erinnern uns dunkel aus dem Geschichtsunterricht – der Skandal-Kaiser Caligula wurde als „Stiefelchen“ verspottet, daher muss Caliga der römische Marschstiefel sein. Kurz begleitet der Moselsteig unseren Wanderweg bis zur Wegkehre der Bundesstraße. Wir halten uns rechts und gehen Richtung Bach. Und nun? Ist das echt Euer Ernst? Ja, jetzt beginnt ein großartiges Wanderabenteuer, denn wir unterqueren auf großen, hellen Trittsteinen die Straße und gehen noch eine Weile auf diesen Quadern durch den Bach. Wir erreichen den Pfad im Helterbach und tauchen ein in die wunderliche Dschungelatmosphäre des Tals. Bemooste Bäume, Lianen, daneben der gurgelnde Bach – herrlich.

Nach einer Weile erreichen wir die Wegkreuzung an der Bahnunterführung, die wir schon vom Hinweg kennen. Jetzt wenden wir uns aber rechts, Richtung Weinberg. Es wird sportlich, denn wir kraxeln über Pfade und Stufen an den Reben vorbei. Spektakulär sind die beiden Metallleitern, die uns bei unserem Weg hinauf begegnen. Schließlich erreichen wir einen Aussichtspavillon, der uns herrliche Blicke über das Tal der Obermosel beschert. Zeit für ein kleines Picknick. Weiter geht es bergab Richtung Wehr. Wir folgen weiter unserer grünen Markierung, die den„Seitensprung“ Wehrer Rosenberg kennzeichnet. Wir nähern uns einer Sinnenbank und einem sogenannten Lebensturm. Dann wandern wir an Hagebutten- und Schlehen-Sträuchern vorbei zu unserem Ziel, dem Haltepunkt Wehr an der Mosel. Eine sehr beeindruckende und abwechslungsreiche kurze Wandertour.

Geschichte(n) am Wegesrand

In Wehr ist nicht nur der Wein selbst, sondern auch der Weinberg eine Berühmtheit. Der Wehrer Rosenberg trägt den Ehrentitel „Leuchtpunkt der Artenvielfalt“, herzlichen Glückwunsch! Der Weinberg ist eben ein strahlendes Vorbild an Biodiversität. Es ist aber auch beeindruckend, was dort kreucht und fleucht: der Königskerzen-Mönch, die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte oder der Moschusbock. Und dazu die Artenvielfalt der Flora: Im Weinberg wachsen rotfrüchtige Zaunrüben, die weiße Fetthenne und Weinbergs-Traubenhyanzinthen. Und sogar – Achtung! – Hunds-Rosen. Wahrscheinlich kommt der Name Rosenberg aber eher – so sagen die Winzer vor Ort – von der ganz besonderen Rosenduftnote des Weines, der dort wächst und gedeiht. Mein Tipp: Einfach mal verkosten!


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