Manderscheider Burgenstieg

Manuel Andrack unterwegs im VRT

Das Ergebnis ist ein bunter Strauß kurzer und knackiger Wandertouren, alle nicht länger als 10 Kilometer, alle gut angebunden mit Bus und Bahn. Besonders praktisch: Zu jeder Tour gibt es eine GPX-Datei zum herunterladen, damit man unterwegs nicht auf der Strecke bleibt.

    

GPX-Dateien für die Wanderung am Manderscheider Burgenstieg

Ein Stück regionale Geschichte erleben - wer sich für historische Burgen oder Grenzkonflikte aus vergangenen Zeiten interessiert, ist hier genau richtig. Und kann dazu noch ein paar schöne Panoramaeindrücke erhaschen. Es lohnt sich.

Wir starten an der Bushaltestelle der Linie 300 und gehen am Kreisverkehr vorbei durch die „City“ von Manderscheid bis zum Rathaus. Dort treffen wir auf die gelb-grün-blauen Markierungen des Burgenstiegs und biegen am Rathaus links in die Klosterstraße. Eine Weile begleiten uns die Wegzeichen von Eifelsteig und Lieserpfad, Manderscheid ist eben eines der Wander-Highlights der Eifel. Wir lassen die letzten Häuser von Manderscheid hinter uns und wandern auf großartigen Pfaden, die so typisch für das naturbelassene Tal der Lieser sind. Unsere Markierung führt uns immer weiter bergab (wir gehen nicht mehr auf dem Lieserpfad) bis wir die Lieser erreichen und auf einer Brücke überqueren. Nun geht es durch ein Seitental des Flusses bergan. Aber keine Sorge, auf dem sogenannten Nachtergraben gewinnen wir gemächlich an Höhe, ohne an unsere Leistungsgrenzen zu kommen. Nach einer scharfen Rechtskurve wandern wir an der Wolfshütte vorbei, denn wir streben nach höheren Zielen.

Weiter geht es bergauf. Wir treten schließlich aus dem Wald heraus und genießen einen überwältigenden Ausblick. Am steinernen Pavillon Belvedere kann man nicht nur auf Manderscheid und die Burgen, sondern auch auf den vulkanischen Mosenberg schauen. Der preußische Kronprinz Friedrich soll an dieser Stelle gesagt haben: „Diese Landschaft ist eine der schönsten in den Rheinlanden“. Das ist vollkommen untertrieben. Mühsam reißen wir uns von der genialen Aussicht los. Unser Weg führt uns bergab über den Grafenfels zur Niederburg. Hinter der Burg überqueren wir abermals die Lieser und erreichen die sogenannte Turnierwiese; regelmäßig werden dort Burgfestspiele veranstaltet. Wir wandern an den Zuschauerbänken am Hang entlang.

Nach einem kurzen Steilstück durch ein aufregendes Felsenensemble kommen wir auf Höhe der Oberburg an. Wir sollten kurz den Burgenstieg verlassen und durch die Ruinen der oberen Burg streifen, das lohnt sich. Dann wandern wir weiter auf dem Burgenstieg und kommen an einem weiteren Aussichtspunkt vorbei, dem sogenannten Kaisertempelchen. Aber es ist ja richtig, Aussichtspunkte sollten reichlich vorhanden sein und an diesen beiden Burgen kann man sich nicht sattsehen.

Wir erreichen im Ort den Kurpark und durch eine schmale Gasse wieder das Rathaus. Schade, das Wanderabenteuer auf dem großartigen Manderscheider Burgenstieg ist schon vorbei. Aber man könnte ja auch noch eine zweite oder dritte Runde anschließen, wenn man möchte.

Geschichte am Wegesrand

DIE Geschichte am Wegesrand schreiben natürlich die beiden Burgen von Manderscheid, die sich gegenseitig zu belauern scheinen. Die ältere Burg ist die Oberburg, erbaut von den Grafen von Luxemburg. Dann wurde die Burg vom Erzbistum Trier okkupiert, kurz darauf von den Luxemburgern zurückerobert und schlussendlich wieder von den Trierern besetzt. Das passierte alles innerhalb von wenigen Jahrzehnten. Die Luxemburger hatten die Faxen dicke und bauten sich zu Füßen der Oberburg eine eigene Burg, die Niederburg. Ebenso wie zwei Kinder am Strand, die sich nicht einigen können, wem welche Sandburg gehört. Dann haben beide eben ihre eigene. So entstand dieses – weltweit wohl einmalige – Burgenensemble in der Vulkaneifel.

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