© Rainer Langer

Schiefer-Wacken-Weg in Thomm

Manuel Andrack unterwegs im VRT

Das Ergebnis ist ein bunter Strauß kurzer und knackiger Wandertouren, alle nicht länger als 10 Kilometer, alle gut angebunden mit Bus und Bahn. Besonders praktisch: Zu jeder Tour gibt es eine GPX-Datei zum herunterladen, damit man unterwegs nicht auf der Strecke bleibt.

 

GPX-Dateien für die Wanderung auf dem Schiefer-Wacken-Weg

Unter Tage Bergbau erleben und nebenbei die Natur genießen - das geht prima auf dem Schiefer-Wacken-Weg bei Thomm. Und mit dem Bus geht's bequem hin und zurück.

Wir lassen an der Bushaltestelle die Kirche im Dorf, gehen kurz in die Kirchstraße hinein, direkt links in die Feldstraße und erreichen schon bald das Wanderportal unseres Premiumwegs. Wow, was für ein Weitblick. Wir können bis ins Moseltal schauen, wobei sich der Fluss selber versteckt, aber Schweich sehr gut zu erkennen ist. Unsere Blicke schweifen weit in die Eifel hinein, großartig. Wir wandern bergab, zunächst gemächlich auf Gras- und Feldwegen, später an einer Hütte (Onkel Thomms Hütte?) in den Wald hinein. Schon bald haben wir die erste Schiefergrube erreicht, die Grube Mertesnaf. Zwischen 1666 und 1892 wurde dort Schiefer abgebaut, genauso wie in den zahlreichen anderen Gruben, die wir an unserem Weg sehen werden. An den Hängen des Tals rund um den Thommer Bach wurde so viel Schiefer abgebaut, dass man mit Fug und Recht sagen kann: Diese Region war und ist steinreich. Wir wandern am Parkplatz des Besucherbergwerks Fell vorbei und kraxeln zwischen den Felsen den Berg hinauf, vorbei an einigen Mundlöchern ehemaliger Gruben. Die Gruben Barbara und Hoffnung kann man (hoffentlich) besuchen.

Eine Stunde dauert die Führung unter Tage und gerade an heißen Sommertagen ist die Kühle der Stollen sehr erfrischend. Wir gehen hinter dem Gebäude des Besucherbergwerks noch ein kurzes Stück hinauf, dann weiter am Hang entlang. Fünfzig Meter hinter der Grube Hofgrube verlassen wir an einer Wegkreuzung unseren Premiumweg. Wir folgen NICHT links der violetten Markierung, sondern wandern den rechten (unmarkierten) Forstweg hinab ins Tal. Wir überqueren in der Talsohle den Thommer Bach rechts-links versetzt und setzen unsere Wanderung auf der rechten Seite des Thommer Bachs Richtung Süden fort. Nun folgen wir über zwei Kilometer dem Bachlauf, es geht auf dem breiten Forstweg stetig aber nicht sehr anstrengend bergan. An der nächsten Wegkreuzung nach ungefähr 1,5 Kilometern gehen wir links (Richtung Feller Hof) und schon bald stößt von links der Premiumweg wieder auf unseren Weg. Ab dieser Stelle folgen wir bis zum Ziel wieder den violetten Markierungstäfelchen. An den privaten Fischweihern gehen wir scharf rechts hinauf und schon bald links auf einen schönen Pfad. Die ersten Häuser von Thomm sind nun schon zu sehen. Wir überqueren eine Wiese und erreichen bald unser Ziel im Ortszentrum an der Kirche.

Ein genialer Weg, unter zehn Kilometer. Es ist aber natürlich nicht verboten, den kompletten Schiefer- Wacken-Weg zu wandern. Das sind dann 10,9 Kilometer, es ist etwas anspruchsvoller, aber man sieht auch die Wacken, die geheimnisvollen Gesteinsgebilde.

Geschichte am Wegesrand

In vorindustrieller Zeit war das bäuerliche Leben in einem Hunsrück- Dorf wie Thomm nicht leicht. Die Felder waren klein, die Böden karg, das Klima extrem rau (man hätte sich damals gerne einen klitzekleinen Klimawandel herbeigezaubert). Daher fassten einige Dorfbewohner einen Plan – sie wollten auswandern, nach Brasilien. Das war das Land ihrer Träume: riesige Farmen, mildes Klima und dazu noch Samba und hübsche Frauen. Um aber die Obrigkeit nicht aufzuschrecken, planten sie im Geheimen und trafen sich auf der Gemarkungsgrenze zu Fell. An einem Berg nördlich von Thomm – sozusagen auf neutralen Boden. Wie viele der wackeren Landleute ihren Traum verwirklichen konnten, das wissen wir nicht. Sicher ist aber, dass in einigen Regionen von Brasilien immer noch Hunsrücker Platt gesprochen wird. Und sicher ist, dass der Berg unterhalb von Thomm Brasilienberg heißt.



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